Archivnewsletter No. 17
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Im Anschluss an den Archivnewsletter Der Kunstverein München im Nationalsozialismus. Was fragen, wie forschen? von Christian Fuhrmeister, widmet sich Leona Koldehoff der Zeit um 1950. Das „um“ ist hier als präzise Präposition zu verstehen, weil es sich auf einen Modus der Annäherung bezieht, der es ermöglicht, eine historisch spezifische, aber instabile zeitliche Konstellation anzusprechen. „Um 1950“ bezeichnet einen Zeitraum, der durch die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs, institutionelle Umstrukturierungen und das Fortbestehen künstlerischer und sozialer Netzwerke über den Wechsel der politischen Systeme hinweg geprägt ist. Innerhalb dieses zeitlichen Feldes rekonstruiert Leona Koldehoff die institutionellen Rahmenbedingungen und das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins und zeichnet das Zusammenspiel zwischen Akteur*innen, Räume und künstlerische Positionen nach, in einer Zeit, die sich einem klaren Anfang und Ende entzieht.
Kunst und Kontinuitäten im Kunstverein München um 1950
von Leona Koldehoff
Für die Rekonstruktion der Aktivitäten des Kunstverein München in der Zeit nach 1945 sind die Überlieferungen in Archiven und Bibliotheken wie dem Stadtarchiv München, dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und der Monacensia wichtige Ressourcen. Das Sammeln und Sichten diverser Archivalien bildet den Ausgangspunkt für die Beantwortung der Frage, welche Personen und Ereignisse die Aktivitäten des Vereins nach Ende des Zweiten Weltkriegs prägten. Wie lässt sich entlang von Archivalien wie Korrespondenzen, Protokollen, Notizen und Fotografien die Geschichte des Kunstvereins und seiner politischen, künstlerischen und bürgerlichen Netzwerke nach 1945 erzählen?
1945–1947: Zeit der personellen Rekonfiguration des Vereins
In einer dicken Mappe im Stadtarchiv München, die durch ein schmales weißes Band zusammengehalten wird, befinden sich Korrespondenzen und Einladungen, die in der Zeit von 1931 bis 1945 vom Kunstverein an das Kulturamt der Stadt geschickt wurden.[1] Das letzte Blatt in der Mappe ist ein Brief von Erwin Pixis an Karl Scharnagl vom 2. Juli 1945. Erwin Pixis war von 1905 bis 1945 Direktor des Kunstverein München und trug während der NS-Zeit entscheidend zur Anpassung der Vereinssatzung und des Ausstellungsprogramms an die nationalsozialistische Ideologie bei.[2] In seinem Brief an Karl Scharnagl, der bis 1933 und ab 1945 Oberbürgermeister von München war, bietet Pixis die Mitarbeit des Kunstvereins beim Wiederaufbau des kulturellen Lebens der Stadt an und behauptet, dass der Verein nicht von der NS-Ideologie beeinflusst gewesen sei. Pixis schreibt: „Sie können ruhig mit uns riskieren, denn wir haben eine weiße Weste und sind völlig unifiziert durch die 1000 Jahre gekommen.“[3] Das Motiv der „weißen Weste“ findet sich in vielen Texten, in denen Täter*innen ihr Handeln während der NS-Zeit verleugnen.[4] Kurz zuvor, im April 1945, waren alle Vereine in der US-amerikanischen Besatzungszone verboten worden und mussten sich bei der US Army neu lizensieren lassen.[5]
Im April 1947 lud der Jurist Eberhard Kuchtner zur sogenannten Neugründungsversammlung des Kunstvereins ein.[6] Die Einladung, das Protokoll sowie eine Liste mit Unterschriften der 56 anwesenden Personen sind Teil des Protokollbuchs des Vereins, das in der Bibliothek der Monacensia eingesehen werden kann.[7] Blättert man von diesen Materialien aus dem Jahr 1947 ein paar Seiten zurück, entdeckt man das Protokoll der Mitgliederversammlungen von 1943 sowie die Vereinssatzung von 1936, die einen explizit antisemitischen Passus enthält.[8] Auf der ersten Seite des Protokolls von 1947 wird auf den Lizensierungsprozess, den Rechenschaftsbericht für die Jahre 1943 bis 1946 und den Beschluss einer neuen Satzung eingegangen. Obwohl alle drei Punkte die explizite Auseinandersetzung mit den Aktivitäten des Vereins, des Vorstands und seiner Mitglieder während der NS-Zeit erfordern würden, wird im Protokoll diese Zeit nicht ideologisch eingeordnet.[9] Auf der zweiten Seite des Protokolls werden die neuen Mitglieder des Vorstands und des sogenannten „Rat der Herren“ benannt. Der Vorstand bestand aus Eberhard Kuchtner als 1. Vorsitzendem, Anton Sappel als 2. Vorsitzendem und Hans Doß als Schatzmeister. Der Rat der Herren setzte sich aus den fünf sogenannten „Kunstmalern“ Karl Ewald Olszewski als Vorsitzender des Rates, Hermann Böcker, Paul W. Ehrhardt, Ernst Haider und Hans Müller-Schnuttenbach sowie zwei weiteren Personen zusammen.[10] Vier der fünf Künstler hatten nachweislich während der NS-Zeit an der Großen Deutschen Kunstausstellung (GDK) im Haus der Kunst und der Münchner Kunstausstellung im Maximilianeum teilgenommen.[11] Die GDK (1937–1944) war die wichtigste Ausstellung im „Dritten Reich“, die Schirmherrschaft hatte Adolf Hitler inne.[12] Die Münchner Kunstausstellung im Maximilianeum war die wichtigstes Ausstellung während dieser Zeit in München, der „Hauptstadt der Bewegung“.[13] Darüber hinaus haben die Kunstmaler aus dem Rat der Herren während der NS-Zeit an weiteren Ausstellungen teilgenommen. In der Zeit der personellen Rekonfiguration ab 1947 wurden also vier Künstler, die während der NS-Zeit an zentralen Ausstellungen teilgenommen haben und ihre Karriere nach 1945 vorerst fortsetzen konnten, als Mitglieder des Rats der Herren in eine repräsentative Stellung gebracht. Um die Berufsbiografien der drei Vorstandsmitglieder Eberhard Kuchtner, Anton Sappel und Hans Doß während der NS-Zeit zu rekonstruieren, bedarf es weiterer Recherchen.[14] Die Fragen, wie die Zusammenarbeit des Vorstands und des Rats der Herren funktioniert hat und wer welche Entscheidungen getroffen hat, sind ebenfalls offen.
1948–1952: Zeit der räumliche Rekonfiguration: Ausstellungen in der Städtischen Galerie und der Villa Zügel
Bis Mitte der 1950er Jahre verfügte der Kunstverein München über keine eigenen Ausstellungsräume, da das Gebäude in der Galeriestraße 10 durch einen Bombenangriff im Dezember 1944 zerstört worden war.[15] Die erste Ausstellung fand vom 19. Dezember 1947 bis 25. Januar 1948 in der Städtischen Galerie statt, der heutigen Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München.[16] Von 1949 bis 1952 organisierte der Verein Ausstellungen und Veranstaltungen in der sogenannten Villa Zügel in der Possartstraße 24 in Bogenhausen, die in den 1920er Jahren für den Maler Heinrich von Zügel, von 1895–1922 Professor für Tiermalerei an der Akademie der Bildenden Künste München, erbaut worden war. Auch Heinrich von Zügel und sein Sohn Willy von Zügel nahmen an der Großen Deutschen Kunstausstellung und weiteren Ausstellungen während der NS-Zeit teil.[17] Das Ausstellungsprogramm des Jahres 1949 ist als Typoskript erhalten.[18] Die erste Ausstellung war Heinrich von Zügel gewidmet. In den gelisteten Gruppenausstellungen Münchner Malerei von „Annodazumal“, Münchner Malerei von „HEUTE“ und Zeitgenössische Malerei wurden künstlerische Positionen gezeigt, die an die Programmatik der Münchner Schule – einer konservativen lokalen Kunstströmung – anschlossen oder während der NS-Zeit ausgestellt wurden.[19] Im Frühjahr 1952 stellte der Kunstverein die Ausstellungstätigkeit in der Villa Zügel ein.[20] Dass der Verein in der Nachkriegszeit die Villa der Familie Zügel als Ausstellungsort nutzen konnte, kann als ein Hinweis für die Verbundenheit des Kunstvereins mit dem bürgerlichen und künstlerischen Milieu über den Wechsel der politischen Systeme hinweg betrachtet werden.
1953–1955: Eröffnung des Neubaus und erste Ausstellungen in der Galeriestraße 4
Am 27. Oktober 1953 wurden die neuen Räume des Vereins in der Galeriestraße 4 eröffnet, die der Kunstverein bis heute nutzt. Die freie Bildjournalistin Felicitas Timpe fotografierte in den ersten Jahren, von 1954 bis 1956, kontinuierlich die Ausstellungseröffnungen.[21] Ihre Fotografien ermöglichen es, einen Eindruck des Displays der Ausstellungen sowie der sozialen Settings zu bekommen. Auf die zwischenmenschlichen Begegnungen während der Eröffnungen wird im Folgenden der Fokus gerichtet.
Im Juni 1954 fand im Kunstverein die Bundestagung und -ausstellung der GEDOK (Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.) statt.[22] Bereits 20 Jahre zuvor, im Jahr 1934, hatte in den damaligen Räumen des Kunstvereins eine Tagung des Bundesverbands und eine Ausstellung der GEDOK stattgefunden.[23] In der Ausstellung Grafik – Malerei – Zeichnung (1954) waren Arbeiten von Künstler*innen aus verschiedenen Ortsgruppen der GEDOK zu sehen. In einer Liste, die der Ausstellungsbroschüre beiliegt, sind die Namen von 121 Künstler*innen aufgeführt.[24] Aus München sind unter anderem die damals sehr bekannten Malerinnen Maria Caspar-Filser und Henny Protzen-Kundmüller vertreten gewesen, deren Biografien auf sehr unterschiedliche Weise vom Nationalsozialismus beeinflusst worden waren, wie Anke Gröner und Karin Althaus in der Publikation Kunst und Leben 1918 bis 1955 detailliert ausführen.[25]
Auf den Fotografien der Ausstellungeröffnung sind die zahlreich anwesenden Künstler*innen zu sehen. Von den Personen, die während der Eröffnung in der ersten Reihe saßen und zu den zentralen Gäst*innen gehörten, konnte bisher nur Walther von Miller, der damalige Zweite Bürgermeister und Kulturreferent der Stadt München, identifiziert werden. Auf einer weiteren Fotografie ist Ernst Buchner zu erkennen, der die Fotografin Felicitas Timpe im Moment der Aufnahme anlächelt. Während der NS-Zeit war Ernst Buchner Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und in dieser Funktion an der Umsetzung der NS-Kulturpolitik beteiligt.[26] In dem Konvolut der Fotografien konnte bisher keine der anwesenden Künstler*innen identifiziert werden.[27] Beim Betrachten der Künstler*innen auf den Fotografien stellt sich die Frage, in welcher Atmosphäre sie hier aufeinandertrafen und worüber sie gesprochen haben. Wie waren ihre Beziehungen zu diesem Zeitpunkt untereinander? Welche privaten und beruflichen Erfahrungen während der NS-Zeit verbanden sie? Wer ist auf den Fotografien nicht zu sehen? Wurde über die Künstler*innen, die bis 1933 Mitglied der GEDOK waren und während der NS-Zeit ermordet wurden, gesprochen? Wer wurde vermisst?[28]
Am 15. Juli 1955 eröffnet die Einzelausstellung von Olaf Gulbransson, die bis zum 28. August 1955 zu sehen war.[29] Anlass war die Auszeichnung Gulbranssons mit dem Kunstpreis für Malerei und Grafik der Stadt München.[30] Seit 1902 war Gulbransson als Karikaturist für die Satirezeitschrift Simplicissimus tätig gewesen. Seit 1923 lehrte er an der Kunstgewerbeschule München, von 1929 bis 1938 war er Professor für Malerei und Grafik an der Akademie für Bildende Künste München und setzte die Lehrtätigkeit trotz Ruhestand bis 1943 fort.[31] Während der NS-Zeit hatte Gulbransson an der Großen Deutschen Kunstausstellung sowie weiteren Ausstellungen teilgenommen.[32] Eine Fotografie von Felicitas Timpe zeigt eine Gesprächssituation während der Ausstellungseröffnung am 15. Juli. Auf der Fotografie ist eine Unterhaltung zwischen Eberhard Kuchtner, dem 1. Vorsitzenden des Kunstverein München, Josef Oberberger, Franziska Bilek, Lother Kuppelmayr und Olaf Gulbransson zu sehen. Der Künstler Josef Oberberger war Schüler von Gulbransson, lehrte seit 1939 an der Kunstgewerbeschule und war von 1946 bis 1974 Professor für Malerei und Glaskunst an der Akademie der Bildenden Künste München. [33] Die Zeichnerin und Karikaturistin Franziska Bilek war ebenfalls Schülerin von Gulbransson und hatte von 1936 bis 1944 beim Simplicissimus mit Gulbransson zusammengearbeitet.[34] Der Journalist und Redakteur Lothar Kuppelmayr war Bileks Partner. Die Stimmung auf der Fotografie wirkt entspannt, freundlich und zugewandt.
Fazit und Perspektive
Ausgehend von Archivmaterialien wurden in diesem Newsletter die personellen, räumlichen und künstlerischen Konstellationen beschrieben, die die Nachkriegszeit im Kunstverein prägten. Blickt man auf das Geflecht von Mitgliedern des Vorstands und des Rats der Herren seit 1947 sowie der Villa Zügel als Ausstellungsort von 1949 bis 1952, werden Verbindungen des Kunstvereins mit Personen, Ausstellungen und Räumlichkeiten sichtbar, die während der NS-Zeit Teil des künstlerischen Netzwerks in München waren. Dass der Kunstverein mehrere Jahre die Villa Zügel als Ausstellungsort nutzen konnte, ist ein Sinnbild für die personellen und räumlichen Verflechtungen mit dem bürgerlichen Milieu über den Wechsel der politischen Systeme hinweg. Die Bundestagung und -ausstellung der GEDOK 1954 sowie die Ausstellung von Olaf Gulbransson 1955 können als beispielhaft für die NS-Kontinuitäten, sowohl intern als auch im Austausch mit anderen Vereinen, verstanden werden.[35] Ein genaueres Betrachten und Analysieren von Felicitas Timpes Fotografien der Ausstellungseröffnungen von 1954 bis 1956 und die Identifikation von Personen würden weiteren Aufschluss über die sozialen Konstellationen und ausgestellten Werke geben.[36]
Auf Basis der Recherche zur Nachkriegszeit im Kunstverein wird die Radikalität des institutionellen Umbruchs im Jahr 1970 deutlicher, den Adrian Djukić in dem Archivnewsletter Der Klassenbegriff im Kunstverein München. Teil 4: Von der Kunst als Waffe zum Saxophon als Waffe gegen Kunst – Frühe 70er und 90er analysiert hat. Um 1970 fand ein Wechsel von einem reaktionären zu einem progressiven Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm statt.[37] Welche personellen und politischen Entwicklungen ab Mitte der 1950er Jahre bis Ende der 1960er Jahren zu dieser Veränderung geführt haben, bedarf weiterer Archivrecherche sowie des Austauschs mit Zeitzeug*innen.
Welchen Effekt kann diese historische Forschung neben dem Sammeln und Betrachten der Fakten haben? Ein Effekt und ein zentrales Anliegen dieses Textes ist es, für die vielfältigen Verbindungen zwischen personellen, künstlerischen und politischen Zusammenhängen in Kunstinstitutionen zu sensibilisieren – in der historischen Forschung sowie in der Gegenwart. Hier gilt es auch, die Frage im Blick zu behalten, wie durch öffentliche und private Gelder die Arbeit und die Ausrichtung des Programms von Institutionen wie Vereinen und Museen sowie die Erforschung ihrer Geschichte beeinflusst wird. Die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft wird zunehmend von rechtsextremen und rechtspopulistischen Akteur*innen und Parteien in Frage gestellt.[38] Daher gilt es gegenwärtig und zukünftig umso mehr, sich zu vernetzen und auszutauschen, um sich gemeinsam für eine auf demokratischen Werten basierende Gesellschaft und eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte Deutschlands einzusetzen.
Leona Koldehoff ist Kunst-, Theater- und Informationswissenschaftlerin und Autorin und leitet seit 2025 das Archiv des Kunstverein München. Ihr aktuelles Forschungsinteresse liegt auf der Schnittstelle von Institutions-, Ausstellungs- und Zeitgeschichte.
Lektorat: Line Ebert, Antonia Wolff
Korrektorat: Senta Gallant
Herzlichen Dank an Maurin Dietrich, Adrian Djukić, Christian Fuhrmeister, Katrin Schumacher und Beo Tomek für den Austausch und Angelika Betz und Dr. Cornelia Jahn (Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek) für die Unterstützung der Archivrecherchen und die Bereitstellung der Fotografien von Felicitas Timpe.
[1] Brief von Erwin Pixis an Karl Scharnagl, 2. Juli 1947, Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-KULA-0112-2.
[2] Zur Geschichte des Kunstverein München vor, während und nach der NS-Zeit siehe: Adrian Djukić, „Kunstverein München e.V.“, in: Karin Althaus u.a (Hg.), Kunst und Leben 1918 bis 1955, Ausst.-Kat., Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 15.10.2022–16.04.2023, München 2022, S. 286–287; Christian Fuhrmeister, „Der Kunstverein München im Nationalsozialismus. Was fragen, wie forschen?“, in: Maurin Dietrich / Gloria Hasnay (Hg.), FOR NOW. 200 Jahre Kunstverein München, München/Berlin 2023, S. 113–120.
[3] Brief Pixis an Scharnagl (wie Anm. 1).
[4] Zur städtischen Kulturpolitik in München nach 1945 siehe: Marita Krauss, Nachkriegskultur in München. Münchner Städtische Kulturpolitik 1945–1954, München 1985; Beatrice Wichmann, Kultur verwalten – Demokratie gestalten. Kommunale Kulturpolitik und -verwaltung in München von 1956 bis 1978, unveröffentlichte Dissertation, München 2023.
[5] Wolfgang Benz, „Demokratisierung durch Entnazifizierung und Erziehung“, publiziert am 13.07.2005. URL: https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/dossier-nationalsozialismus/39605/demokratisierung-durch-entnazifizierung-und-erziehung/ (abgerufen am 17.11.2025).
[6] Erwin Pixis verstarb im Jahr 1946. Siehe: Fuhrmeister 2023 (wie Anm. 2), S. 115.
[7] Das Buch enthält Protokolle des Kunstverein München e.V. von 1921 bis 1954. Siehe: Protokollbuch Kunstverein München e.V., Bibliothek Monacensia, Signatur: C/C/6.
[8] In der Vereinssatzung von 1936 heißt es in § 8 „Mitgliedschaft“ unter Abschnitt d): „Nichtarier können nicht Mitglied des Vereins sein.“ Siehe: Protokollbuch Kunstverein München e.V. (wie Anm. 7).
[9] Protokoll Mitgliederversammlung, 19. April 1947. Siehe: Protokollbuch Kunstverein München e.V. (wie Anm. 7); Warum Eberhard Kuchtner die Neugründungsversammlung initiierte, den Lizensierungsprozess koordinierte und von 1947 bis 1956 1. Vorsitzender war, konnte bisher nicht geklärt werden. In einer Rede, die Kuchtner bei der Mitgliederversammlung 1954 hielt, bezeichnete er sich „als gerichtlich bestellter Pfleger“. Das Typoskript der Rede befindet sich im Nachlass von Edeltraud Kuchtner, der Schwester Eberhard Kuchtners. Siehe: Rede Eberhard Kuchtner Mitgliederversammlung März 1954, Archiv für Christlich Soziale Politik, Signatur: NL Kuchtner Edeltraud: Abgabe_45. Vielen Dank an Stefan Obermeier (Hanns-Seidel-Stiftung Archiv für Christlich-Soziale Politik) für die Recherche und Bereitstellung der Archivalien.
[10] Die zwei weiteren Mitglieder des sogenannten Rats der Herren waren laut Protokoll Oberbaurat Adolf Fraaß und Freiherr Curt von und zu Egloffstein (wie Anm. 7).
[11] Die Ausstellungsbeteiligung von Künstler*innen während der NS-lässt sich mit Hilfe des Namenindex in der Publikation Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Teil 1 Ausstellungen deutscher Gegenwartskunst in der NS-Zeit (2000), herausgegeben von Martin Papenbrock und Gabriele Saure, schnell ermitteln. Vielen Dank an Christian Fuhrmeister für den Hinweis auf die Publikation.
[12] Auf der Website www.gdk-research.de können Ausstellungsbeteiligungen von Künstler*innen sowie Informationen zu Käufer*innen und Kaufpreisen ermittelt werden. Karl Ewald Olszewski, Vorsitzender des Rats der Herren, nahm von 1938 bis 1944 an der Großen Deutschen Kunstausstellung teil und verkaufte seine Gemälde u. a. an Joseph Goebbels. URL: https://www.gdk-research.de/de/obj19364367.html (abgerufen am 27.11.2025).
[13] Melanie Wittchow, „Münchner Kunstausstellungen im Maximilianeum 1938 bis 1943“, in: Althaus 2022 (wie Anm. 2), S. 334–337.
[14] Das Konvolut zu Eberhard Kuchtner enthält zahlreiche persönliche Dokumente, die eine Rekonstruktion der Biografie Kuchtners während der NS-Zeit ermöglichen. Siehe: Anm. 9; Im Deutschen Kunstarchiv in Nürnberg befindet sich ein Konvolut zu Verhandlungen der Galerie Arnold/Gutbier mit Erwin Pixis und Anton Sappel als Vertretern des Kunstvereins München, das auf die Zeit von 1935–1940 datiert ist. Das Konvolut wurde für diesen Text nicht gesichtet und ausgewertet. Siehe: Deutsches Kunstarchiv, Signatur: Arnold Gutbier, Galerie, I,B-604.
[15] Bestätigungsschreiben des Landesleiters der Reichskammer der bildenden Künste beim Landeskulturverwalter Gau München-Oberbayern, 21. Januar 1945, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Signatur: MK 51575.
[16] Stephanie Weber, „Ausstellungen in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus 1929 bis 1955“, in: Althaus 2022 (wie Anm. 2), S. 48.
[17] Birgit Jooss / Sabine Brantl, „Rektoren, Professoren, Ehrensenatoren und Ehrenmitglieder der Akademie der Bildenden Künste München 1808–2008“, in: Nicklaus Gerhart, Walter Grasskamp, Florian Matzner, Hg., 200 Jahre Akademie der Bildenden Künste München, München 2008, S. 558; URL: www.gdk-research.de (abgerufen 17.11.2025).
[18] Übersicht Ausstellungen Kunstverein München e.V. 1949, Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-KULA-1416.
[19] Djukić 2022 (wie Anm. 2), S. 287.
[20] In einem Artikel im Münchner Merkur informierte Richard Braungart über den Auszug des Kunstverein München aus der Villa Zügel. Er dankte Anton Sappel, dem 2. Vorsitzenden des Vereins, und seiner Frau, der Malerin Martha Sappel, für ihre Arbeit. Martha Sappel war Mitglied des Kunstvereins, nach Stand der aktuellen Recherchen hatte sie allerdings nie eine offizielle Position inne. Sie stellte 1943 und 1944 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung aus. Siehe: Richard Braungart, „Der Kunstverein zieht um“, in: Münchner Merkur, Mai 1952.
[21] Felicitas Timpe studierte von 1940 bis 1942 in München Kunstgeschichte, Literatur und Theaterwissenschaft, absolvierte nach 1945 eine Lehre als Fotografin in Berlin und arbeitete von 1950 bis 2002 als freie Bildjournalistin in München. Ihr Nachlass befindet sich im Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek. URL: https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/bilder/fotoarchive/fotoarchiv-felicitas-timpe/ (abgerufen am 14.10.2025).
[22] Die Tagung fand vom 11. Juni bis 14. Juni und die Ausstellung vom 11. Juni bis 24. Juni im Kunstverein München statt. Siehe: Elke Lauterbach-Philip, Die GEDOK (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.) – ihre Geschichte unter der besonderen Berücksichtigung der Bildenden und Angewandten Kunst, München 2005, S. 163 ff.
[23] Die Tagung fand statt, nachdem Ida Dehmel, Jüdin und Gründerin der GEDOK, 1933 von den Nationalsozialisten gezwungen worden war, den Vorsitz der GEDOK Hamburg und des Bundesverbands niederzulegen. Im Jahr 1942 beging Ida Dehmel Suizid. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde Marianne Gaertner, ihre Nichte, Vorsitzende der Bundes-GEDOK. Sie eröffnete im Jahr 1954 die Bundestagung und -ausstellung, gefolgt von einem Vortrag der Regierungsdirektorin Dr. Irma Heinrich und einer Eröffnungsansprache von Walther von Miller, dem Zweiten Bürgermeister und Kulturreferenten der Stadt München. Siehe: Lauterbach-Philipp 2003 (wie Anm. 22), S. 65–68, S. 78; Zur Berichterstattung über die Bundestagung und -ausstellung siehe: Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-ZA-05142. Vielen Dank an Philipp Zölls (Stadtarchiv München) für die Recherche.
[24] GEDOK (Hg.), Bundesausstellung der GEDOK 1954. Grafik – Malerei – Plastik, Ausst.-Kat., Kunstverein München, 11.06.–24.06.1954, München 1954.
[25] Katrin Althaus, „Maria Caspar-Filser“, in: Althaus 2022 (wie Anm. 2), S. 80–83; Anke Gröber, „Henny Protzen-Kundmüller“, in: Althaus 2022 (wie Anm. 2), S. 208–211.
[26] Theresa Sepp geht in ihrer Dissertation auf die Zusammenarbeit zwischen Ernst Buchner und dem Kunstverein München während und nach der NS-Zeit ein. Siehe: Theresa Sepp, Künstlerisch, wissenschaftlich, unpolitisch? Ernst Buchner (1892–1962), Kunsthistoriker und Museumsleiter vor und nach 1945, München 2020, S. 132 ff., S. 342, 348.
[27] Dass die Gesichter von Walther von Miller und Ernst Buchner heute bekannt und Portraitfotografien für einen Abgleich vorhanden sind, zeugt von der öffentlichen Sichtbarkeit der beiden. Dass keine der anwesenden Künstler*innen identifiziert werden konnte, steht wiederum sinnbildlich für fehlendes Wissen über Künstler*innen aus dieser Zeit.
[28] Elke Lauterbach-Philip, „Das Schicksal der jüdischen Mitglieder und die Frage der Solidarisierung von GEDOK-Mitgliedern“, in: Lauterbach-Philip 2005 (wie Anm. 22), S. 92–96.
[29] Einladungskarte und Katalog Ausstellung Olaf Gulbransson, Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-ZS-0231-2.
[30] URL: https://www.olaf-gulbransson-museum.de/olafgulbransson (abgerufen am 17.11.2025).
[31] Jooss / Brantl 2008 (wie Anm. 17), S. 559; In einem Lexikoneintrag schreibt Paul Hoser: „Gulbransson, Arnold und andere drängten […] die Juden Schoenberner und Heine aus dem Blatt.“ Siehe: Paul Hoser, „Simplicissimus. Satirisches Wochenblatt 1896–1944“, in: NS-Dokumentationszentrum München (Hg.), nsdoku.lexikon, publiziert am 16.01.2025. URL: https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/simplicissimus-zeitschrift-781 (abgerufen am 17.11.2025); 1954 fand eine Einzelausstellung von Franziska Bilek im Kunstverein München statt. URL: https://www.kunstverein-muenchen.de/de/programm/ausstellungen/rueckblick/1954/franziska-bilek (abgerufen 17.11.2025).
[32] URL: www.gdk-research.de; Papenbrock/Saure 2000 (wie Anm. 11).
[33] Jooss / Brantl 2008 (wie Anm. 17), S. 560.
[34] URL: https://www.literaturportal-bayern.de/autorenlexikon?task=lpbauthor.default&pnd=118663178 (abgerufen am 27.11.2025).
[35] Dass die GEDOK sowohl 1934 als auch 1954 im Kunstverein eine Bundestagung und -ausstellung veranstaltete, weist darauf hin, dass die Erforschung von Vereinen und ihrer Verhältnisse zueinander erhellend für die Auseinandersetzung mit Brüchen und Kontinuitäten im Kunstfeld nach 1945 sein kann. In welcher Beziehung standen die Mitglieder beider Vereine zueinander? Wer war wann in welchem Verein Mitglied? Welche personellen und künstlerischen Überschneidungen gab es?
[36] Zum Verhältnis von Fotografie und Gemeinschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland siehe: Linda Conze, Die Fotografie und das Fest. Zur medialen Herstellung von Gemeinschaft zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus, Göttingen 2025.
[37] Beispielhaft hierfür ist die Ausstellung Verändert die Welt! Poesie muss von allen gemacht werden (1970), in deren Rahmen Studierende der Akademie der Bildenden Künste München in den Kunstverein eingeladen wurden. In ihrem Beitrag setzten sich die Studierenden mit Berufsbiografien von Lehrenden an der Akademie während der NS-Zeit und ihre Weiterbeschäftigung nach 1945 auseinander. Ob und, wenn ja, wie die eigenen personellen Kontinuitäten mit der NS-Zeit damals im Kunstverein diskutiert worden sind, bedarf weiterer Archivrecherchen sowie Gespräche mit Zeitzeug*innen.
[38] In der Broschüre Schnee von gestern? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Gedenkstätten und Museen heißt es: „Dass Rechtsextreme die Erinnerungspolitik als ein wesentliches Kampffeld begreifen, ist kein neues Phänomen. Bereits seit den 1950er-Jahren waren insbesondere die Erinnerungen an den Nationalsozialismus, und mit ihnen auch die NS-Gedenkstätten, immer wieder starken Angriffen von rechts ausgesetzt. Spätestens seit der Jahrtausendwende hat jedoch das Gedenken an die NS-Verbrechen in der deutschen Politik und Öffentlichkeit eine Selbstverständlichkeit erlangt, die sich auch in einer institutionalisierten, professionalisierten und staatlich finanzierten Gedenkstättenlandschaft ausdrückt. Zudem gibt es seit einigen Jahren zahlreiche Bemühungen, Deutschlands koloniale Vergangenheit kritisch aufzuarbeiten. […] Dass die kritische Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen zum Selbstverständnis der Bundesrepublik gehört, ist für das rechtsextreme und rechtspopulistische Streben nach nationaler Größe ein großes Hindernis und Ärgernis. Deshalb ist es eines der zentralen Anliegen des rechtsextremen Milieus, dieses Selbstverständnis zu wenden.“ Siehe: Verein für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V. / Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) (Hg.), Nur Schnee von gestern? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Gedenkstätten und Museen, Berlin 2024, S. 3–5. URL: https://www.mbr-berlin.de/publikationen/nur-schnee-von-gestern-zum-umgang-mit-dem-kulturkampf-von-rechts-in-gedenkstaetten-und-museen-2020/ (abgerufen am 17.11.2025).
— English version —
Following Christian Fuhrmeister’s Archive Newsletter The Kunstverein München during the Nazi Era. What to Ask? How to Research?, Leona Koldehoff turns her attention to the period around 1950. The term “around” is used here as a precise preposition. As a method of approximation, it enables engagement with a historically specific yet unstable temporal configuration. “Around 1950” here refers to a period shaped by the aftermath of the World War II, institutional restructuring, and the contingencies of artistic and social networks across shifts in political systems. And it is within this indeterminate temporal configuration that Leona Koldehoff reconstructs the institutional framework and exhibition program of the Kunstverein München, tracing the complex interchange between actors, spaces, and artistic positions.
Art and Continuities at Kunstverein München around 1950
by Leona Koldehoff
Records in archives and libraries, such as the Munich City Archive (Stadtarchiv München), the Bavarian State Archives (Bayerisches Hauptstaatsarchiv), and the Monacensia, are important resources for reconstructing the art association’s activities in the period after 1945. Collecting and reviewing various archival materials is the starting point for answering questions about which people and events shaped the association’s activities after the end of World War II. How can archival materials such as correspondence, minutes, notes, and photographs be used to tell the history of the Kunstverein and its political, artistic, and civic networks after 1945?
1945–1947: Period of Personnel Reconfiguration at the Kunstverein
A thick folder in the Munich City Archive, held together by a narrow white ribbon, contains correspondence and invitations that the Kunstverein sent to the city's cultural office between 1931 and 1945.[1] The last sheet in the folder is a letter from Erwin Pixis to Karl Scharnagl dated July 2, 1945. Erwin Pixis was director of Kunstverein München from 1905 to 1945, and during the Nazi era he played a decisive role in bringing the association’s statutes and exhibition program into line with Nazi ideology.[2] In his letter to Karl Scharnagl, who was mayor of Munich until 1933 and again after 1945, Pixis offers the Kunstverein’s cooperation in rebuilding the city's cultural life and claims that the association had not been influenced by Nazi ideology. Pixis writes: “You can safely take a chance on us, because we have a ‘weiße Weste’ (clean record) and have come through the 1000 years completely unified.”[3] The motif of the “weiße Weste” is found in many texts where perpetrators deny their actions during the Nazi era.[4] Shortly before, in April 1945, all registered associations in the US occupation zone had been banned and had to reapply for a license from the US Army.[5]
In April 1947, lawyer Eberhard Kuchtner invited members to the so-called re-founding general assembly of the art association.[6] The invitation, the minutes, and a list of signatures of the 56 people present are included in the so-called “Protokollbuch”, an association’s log book, which can be viewed in the Monacensia library.[7] If one flips back a few pages before these materials from 1947, one finds the minutes of the general meetings from 1943 and the association’s statutes from 1936, which contain an explicitly anti-Semitic passage.[8] The first page of the 1947 minutes refers to the licensing process, the accountability report for the years 1943 to 1946, and the decision on new statutes. Even though all three of these points would require explicit discussion of the Kunstverein’s past activities, its board, and members during the Nazi era, the minutes do not classify this period ideologically.[9] The second page of the minutes names the new members of the board and the so-called “Rat der Herren” (Council of Gentlemen). The board consisted of Eberhard Kuchtner as first chair, Anton Sappel as second chair, and Hans Doß as treasurer. The Council of Gentlemen was composed of the five so-called “Kunstmaler” (artistic painters) Karl Ewald Olszewski as chairman of the council, Hermann Böcker, Paul W. Ehrhardt, Ernst Haider, and Hans Müller-Schnuttenbach, as well as two other individuals.[10] Four of the five artists had demonstrably participated in the Große Deutsche Kunstausstellung (Great German Art Exhibition) at Haus der Kunst and the Münchner Kunstausstellung (Munich Art Exhibition) at the Maximilianeum during the Nazi era.[11] The Große Deutsche Kunstausstellung (1937–1944) was the most important art exhibition in the so-called Third Reich and stood under Adolf Hitler’s direct patronage.[12] The Münchner Kunstausstellung at the Maximilianeum was the most important art exhibition in Munich.[13] In addition, the painters from the Council of Gentlemen participated in other exhibitions during the Nazi era. During the period of personnel reconfiguration that started in 1947, the four artists who had participated in major exhibitions during the Nazi era were able to continue their careers after 1945 in prominent representative positions as members of the Council of Gentlemen. Further research is needed to reconstruct the professional biographies of the three board members Eberhard Kuchtner, Anton Sappel, and Hans Doß during this time period.[14] The questions of how the board and the Council of Gentlemen worked together, and who made which decisions also remain open.
1948–1952: Period of Spatial Reconfiguration: Exhibitions in the Städtische Galerie and Villa Zügel
Kunstverein München would not have its own exhibition space again until the mid-1950s, since the building at Galeriestraße 10 had been destroyed by a bombing raid in December 1944.[15] The first exhibition took place from December 19, 1947 to January 25, 1948 in the Städtische Galerie, today’s Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München.[16] From 1949 to 1952, the association organized exhibitions and events in the so-called Villa Zügel at Possartstraße 24 in Bogenhausen, which had been built in the 1920s for the painter Heinrich von Zügel, from 1895–1922 professor for painting at the Academy of Fine Arts (Akademie der Bildenden Künste) in Munich. Heinrich von Zügel and his son Willy von Zügel also participated in the Große Deutsche Kunstausstellung and other exhibitions during the Nazi era. The exhibition program for 1949 has been preserved as a typescript.[18] The first exhibition was dedicated to Heinrich von Zügel. The listed group exhibitions Münchner Malerei von “Annodazumal” (Munich Painting from Back Then), Münchner Malerei von “HEUTE” (Munich Painting of Today), and Zeitgenössische Malerei (Contemporary Painting) presented artistic positions that were in line with the program of the Munich School—a conservative local art movement—or had been previously exhibited during the Nazi era.[19] In the spring of 1952, the Kunstverein ceased its exhibition activities at Villa Zügel.[20] The fact that the association was able to use the Villa Zügel as an exhibition venue in the postwar period can be seen as an indication that the Kunstverein’s connection in the bourgeois and artistic milieu continued uninterrupted by the change of political systems.
1953–1955: Opening of the New Building and First Exhibitions at Galeriestraße 4
On October 27, 1953 the Kunstverein opened its new premises at Galeriestraße 4, which are still in use to this day. In the early years from 1954 to 1956, freelance photojournalist Felicitas Timpe continuously photographed the exhibition openings.[21] Her photographs allow one to get an impression of the exhibition displays and social settings. The following section focuses on the interpersonal encounters during the openings.
In June 1954, the Kunstverein hosted the federal conference and exhibition of GEDOK – Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. (Associations of Women Artists and Art Patrons).[22] Twenty years earlier, in 1934, a conference of the federal association and an exhibition of GEDOK had already taken place in the Kunstverein’s former premises.[23] The exhibition Grafik – Malerei – Zeichnung (Prints – Paintings – Drawings, 1954) featured works by artists from various local GEDOK groups. A list accompanying the exhibition brochure lists the names of 121 artists.[24] Among others, the artists from Munich included the well-known painters Maria Caspar-Filser and Henny Protzen-Kundmüller, whose biographies had been influenced by National Socialism in very different ways, as Anke Gröner and Karin Althaus detail in the publication Kunst und Leben 1918 bis 1955.[25]
The photographs of the exhibition opening show the many artists in attendance. Of the key guests sitting in the front row during the opening, only Walther von Miller, then Munich’s Deputy Mayor and Officer of Cultural Affairs, has been identified so far. Another photograph shows Ernst Buchner smiling at photographer Felicitas Timpe as she takes the picture. During the Nazi era, Ernst Buchner was Director General of the Bavarian State Painting Collections (Bayerische Staatsgemäldesammlungen) and supported the implementation of Nazi cultural policy in this capacity. None of the artists present in the collection of photographs have been identified yet. Looking at the artists in the photographs raises questions about what kind of atmosphere they were meeting in. What were they talking about? What were their relationships with each other like at that time? Which private and professional experiences during the Nazi era connected them? And who doesn’t appear in the photographs? Did they talk about the artists who were members of GEDOK until 1933 but were murdered during the Nazi era? Who was missing?
On July 15, 1955, Olaf Gulbransson’s solo exhibition opened and ran until August 28, 1955.[29] The occasion was Gulbransson being awarded the City of Munich's Art Prize for Painting and Graphic Arts.[30] Gulbransson had worked as a cartoonist for the satirical magazine Simplicissimus since 1902. Since 1923 he had worked at the School of Arts and Crafts (Kunstgewerbeschule) in Munich; from 1929 to 1938 he was professor for painting and graphics at the Academy of Fine Arts, and he continued teaching despite his retirement until 1943.[31] During the Nazi era, Gulbransson had participated in the Große Deutsche Kunstausstellung and other exhibitions. A photograph by Felicitas Timpe shows a conversation during the exhibition opening on July 15, 1955. One sees Eberhard Kuchtner, the first chair of the Kunstverein München, speaking with Josef Oberberger, Franziska Bilek, Lothar Kuppelmayr, and Olaf Gulbransson. The artist Josef Oberberger was a student of Gulbransson and worked at the School of Arts and Crafts from 1939 and as professor for painting and glass art from 1946 to 1974 at the Academy of Fine Arts.[33] The illustrator and cartoonist Franziska Bilek was also a student of Gulbransson and worked with him at Simplicissimus from 1936 to 1944.[34] The journalist and editor Lothar Kuppelmayr was Bilek's partner. The mood in the photograph appears relaxed, friendly, and approachable.
Conclusion and Perspective
Based on archival materials, this newsletter has described the personal, spatial, and artistic constellations that shaped the Kunstverein’s postwar activities. By looking at the network of members of the executive committee and the Council of Gentlemen since 1947, as well as the Villa Zügel as an exhibition venue from 1949 to 1952, one can identify clear connections between the Kunstverein and certain individuals, exhibitions, and spaces that were part of the artistic network in Munich during the Nazi era. The fact that the Kunstverein was able to use the Villa Zügel as an exhibition venue for several years is emblematic of the way personal and spatial interconnections with the bourgeois milieu continued uninterrupted across the change of political systems. The GEDOK federal conference and exhibition in 1954 and the Olaf Gulbransson exhibition in 1955 can be seen as further examples of Nazi continuities, both internally and in exchanges with other associations.[35] A closer analysis of Felicitas Timpe’s photographs of the exhibition openings from 1954 to 1956 and the identification of individuals would provide further insight into the social constellations and exhibited works.[36]
Given other research on the Kunstverein’s postwar history—such as Adrian Djukić’s Archive Newsletter The Concept of Class at Kunstverein München Part 4: From Art as a Weapon to the Saxophone as a Weapon against Art – Early 70s and 90s—it becomes clear just how radical the institutional change in 1970 was. Around 1970, there was a shift from a reactionary to a progressive exhibition and event program.[37] The personnel and political developments that led to this change from the mid-1950s to the end of the 1960s require further archival research and conversations with contemporary witnesses.
What impact can this historical research have beyond the collection and interpretation of facts? One effect and a central concern of this text is to raise awareness of the diverse connections between personnel, artistic, and political contexts in art institutions—both in historical research and in the present. Here, it is also important to keep in mind the question of how public and private funding influence the work and orientation of institutions like Kunstvereine and museums, as well as research into their history. At present, critical engagement with the Nazi era and its impact on society is increasingly being called into question by right-wing extremist and right-wing populist actors and parties.[38] It is thus all the more important, both now and in the future, to network and exchange ideas in order to work together for a society based on democratic values and a critical examination of Germany's history.
Leona Koldehoff is a researcher in the arts and information science as well as a writer. Since 2025, she has managed the archive of the Kunstverein München. Her current research focuses on the history of the institution and its exhibition program in connection with contemporary history.
Copy Editing: Line Ebert
Proof Reading: Senta Gallant
Translation: Stanton Taylor (Good & Cheap Art Translators)
Many thanks to Maurin Dietrich, Adrian Djukić, Christian Fuhrmeister, Katrin Schumacher and Beo Tomek for the conversations as well as Angelika Betz and Dr. Cornelia Jahn (Image Archive of the Bavarian State Library) for the information on Felicitas Timpe's estate and providing the photographs.
[1] Letter from Erwin Pixis to Karl Scharnagl, July 2, 1947, Munich City Archive (Stadtarchiv München), reference code: DE-1992-KULA-0112-2.
[2] For the history of the Kunstverein München before, during, and after the Nazi regime, see Adrian Djukić, “Kunstverein München e.V.,” in Karin Althaus et al., eds., Kunst und Leben 1918 bis 1955, exh. cat., Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, October 15, 2022 – April 16, 2023, Munich 2022, pp. 286–287; Christian Fuhrmeister, “The Kunstverein München During the Nazi Era. What to Ask? How to Do Research?,” in Maurin Dietrich / Gloria Hasnay, eds., FOR NOW. 200 Years Kunstverein München, Munich / Berlin 2023, pp. 113–120.
[3] Letter from Pixis to Scharnagl (see note 1).
[4] On the cultural policy in Munich after 1945, see Marita Krauss, Nachkriegskultur in München. Münchner Städtische Kulturpolitik 1945–1954, Munich 1985; Beatrice Wichmann, Kultur verwalten – Demokratie gestalten. Kommunale Kulturpolitik und -verwaltung in München von 1956 bis 1978, unpublished dissertation, Munich 2023.
[5] Wolfgang Benz, “Demokratisierung durch Entnazifizierung und Erziehung,” in Federal Agency for Civic Education (Bundezentrale für politische Bildung/bpb), published April 11, 2005, https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/dossier-nationalsozialismus/39605/demokratisierung-durch-entnazifizierung-und-erziehung/ (accessed November 17, 2025).
[6] Erwin Pixis died in 1946. Cf. Fuhrmeister 2023 (see note 2), p. 115.
[7] The so-called “Protokollbuch” contains minutes taken at the assemblies held by the Kunstverein München e.V. between 1921 to 1954. See “Protokollbuch Kunstverein München e.V.,” Monacensia Library (Monacensia-Bibliothek), reference code C/C/6, Munich.
[8] In the association’s statutes from 1936, it states in § 8 “Membership” under section d, that “non-Aryans cannot be members of the association.” [Translated from the German original by the author.] In “Protokollbuch Kunstverein München e.V.” (see note 7).
[9] Minutes, General Assembly, April 19, 1947, in “Protokollbuch Kunstverein München e.V.” (see note 7). Why Eberhard Kuchtner assumed responsibility for convening the first general assembly after World War II, coordinating the licensing process, and serving as first chairman from 1947 to 1956 has not yet been clarified. In a speech delivered at a general assembly in 1954, Kuchtner described himself as a “court-appointed guardian.” [Translated from the German original by the author.] The typescript of the speech forms part of the estate of Edeltraud Kuchtner, Eberhard Kuchtner’s sister. See “Rede Eberhard Kuchtner, General Assembly, March 1954,” Hanns Seidel Foundation, Archive for Christian Social Politics (Hanns-Seidel-Stiftung, Archiv für Christlich-Soziale Politik), reference code: NL Kuchtner Edeltraud: Abgabe_45, Munich. Many thanks to Stefan Obermeier for providing the archival materials.
[10] According to the minutes, the two further members of the so-called “Rat der Herren” (Council of Gentlemen) were Senior Building Officer Adolf Fraaß and Baron Curt von und zu Egloffstein (see note 7).
[11] Which artists were participating in exhibitions during the Nazi era is readily determined by going through the index of names in the publication Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Teil 1 Ausstellungen deutscher Gegenwartskunst in der NS-Zeit (2000), edited by Martin Papenbrock and Gabriele Saure. Many thanks to Christian Fuhrmeister for pointing out this publication.
[12] It is possible to search on the GDK Research platform www.gdk-research.de for information on the participating artists, the buyers, and the prices for which the works were sold. Karl Ewald Olszewski, chairman of the so-called “Rat der Herren,” participated in the annual Große Deutsche Kunstausstellung (Great German Art Exhibition) from 1938 to 1944 and sold his paintings to Joseph Goebbels, among others. See GDK Research, https://www.gdk-research.de/de/obj19364367.html (accessed November 27, 2025).
[13] Melanie Wittchow, “Münchner Kunstausstellungen im Maximilianeum 1938 bis 1943,” in Althaus et al. 2022 (see note 2), pp. 334–337.
[14] The Eberhard Kuchtner papers in the estate of Edeltraud Kuchtner contains numerous personal documents that would enable a reconstruction of Kuchtner's biography during the Nazi era (see note 9). Meanwhile, the German Art Archive (Deutsches Kunstarchiv) contains documents that outline how Ludwig Gutbier on behalf of Galerie Ernst Arnold corresponded with Erwin Pixis and Anton Sappel, acting as representatives of the Kunstverein München, between 1935–1940. The documents were not examined or evaluated further for this text. See German Art Archive, reference code: Arnold Gutbier, Galerie, I,B-604, https://ais-dka.gnm.de/ (accessed November 27, 2025).
[15] Letter of confirmation from the regional director of the so-called “Reichskulturkammer” (Reich Chamber of Culture) to the regional cultural administrator of Munich-Upper Bavaria, January 21, 1945, Bavarian State Archives (Bayerisches Hauptstaatsarchiv), reference code: MK 51575, Munich.
[16] Stephanie Weber, “Ausstellungen in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus 1929 bis 1955,” in Althaus et al. 2022 (see note 2), p. 48.
[17] Birgit Jooss / Sabine Brantl, “Rektoren, Professoren, Ehrensenatoren und Ehrenmitglieder der Akademie der Bildenden Künste München 1808–2008”, in Nicklaus Gerhart, Walter Grasskamp, Florian Matzner, eds., 200 Jahre Akademie der Bildenden Künste München, Munich 2008, p. 558; Cf. GDK Research, www.gdk-research.de (accessed November 17, 2025).
[18] Overview of Exhibitions, Kunstverein München e.V. (1949), Munich City Archive, reference code DE-1992-KULA-1416.
[19] Djukić 2022 (see note 2), p. 287.
[20] In an article in the Münchner Merkur, Richard Braungart reported on the Kunstverein München moving out of its location at Villa Zügel. He thanked Anton Sappel, the association's second chairman, and his wife, the painter Martha Sappel, for their contribution. Martha Sappel was a member of the Kunstverein, but—according to current research—she never held an official position. She exhibited at the Große Deutsche Kunstausstellung in 1943 and 1944. See Richard Braungart, “Der Kunstverein zieht um,” in Münchner Merkur, May 1952.
[21] Felicitas Timpe studied art history, literature, and theater studies in Munich from 1940 to 1942 and completed an apprenticeship as a photographer in Berlin after 1945. From 1950 to 2002, she worked as a freelance photojournalist in Munich. Her estate is part of the Image Archive of the
State Library (Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek), Munich. See https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/bilder/fotoarchive/fotoarchiv-felicitas-timpe/ (accessed October 14, 2025).
[22] The conference took place from June 11 to June 14, 1954 and the exhibition from June 11 to June 24, 1954 at Kunstverein München. See Elke Lauterbach-Philip, Die GEDOK (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V. – ihre Geschichte unter der besonderen Berücksichtigung der Bildenden und Angewandten Kunst, Munich 2003, p. 163ff.
[23] The conference in 1934 took place after Ida Dehmel, a Jewish woman and founder of GEDOK, was forced by the National Socialists in 1933 to resign as chairwoman of GEDOK Hamburg and the federal association. Ida Dehmel committed suicide in 1942. After the end of World War II, her niece Marianne Gaertner became chairwoman of the federal GEDOK. In 1954, she gave the welcoming speech at the federal conference and exhibition opening, followed by a lecture by Government Director Dr. Irma Heinrich and an opening speech by Walther von Miller, the Second Mayor of Munich and Officer of Cultural Affairs. See Lauterbach-Philipp 2003 (see note 22), pp. 65–68, p. 78; For press coverage of the federal conference and exhibition, see Munich City Archive, reference code: DE-1992-ZA-05142. Many thanks to Philipp Zölls for providing the archival materials!
[24] GEDOK, ed., Bundesausstellung der GEDOK 1954. Grafik – Malerei – Plastik, exh. cat., Kunstverein München, June 11 – June 24, 1954, Munich 1954.
[25] Katrin Althaus, “Maria Caspar-Filser,” in Althaus et al. 2022 (see note 2), pp. 80–83; Anke Gröber, “Henny Protzen-Kundmüller,” in Althaus et al. 2022 (see note 2), pp. 208–211.
[26] In her dissertation, Theresa Sepp examines the collaboration between Ernst Buchner and Kunstverein München during and after the Nazi era. See Theresa Sepp, Künstlerisch, wissenschaftlich, unpolitisch? Ernst Buchner (1892–1962), Kunsthistoriker und Museumsleiter vor und nach 1945, Munich 2020, p. 132ff., p. 342, p. 348.
[27] The fact that the appearances of Walther von Miller and Ernst Buchner are known today and that other portraits exist so that these materials can be compared and confirmed, are testaments to von Miller and Buchner’s public and historic visibility. The fact that none of the artists present could be identified is symbolic of the lack of knowledge about artists during this period.
[28] Elke Lauterbach-Philip, “Das Schicksal der jüdischen Mitglieder und die Frage der Solidarisierung von GEDOK-Mitgliedern,” in Lauterbach-Philip 2005 (see note 22), pp. 92–96.
[29] Invitation card and catalog accompanying the solo exhibition by Olaf Gulbransson, Munich City Archive, reference code: DE-1992-ZS-0231-2.
[30] Cf. Olaf Gulbransson Museum, https://www.olaf-gulbransson-museum.de/olafgulbransson (accessed November 17, 2025).
[31] Jooss / Brantl 2008 (see note 17), p. 559; In a lexicon entry, Paul Hoser states: “Gulbransson, Arnold, and others […] crowded the Jews Schoenberner and Heine out of the newspaper”. [Translated from German original by the author.] Paul Hoser, “Simplicissimus (Zeitschrift),” in NS-Dokumentationszentrum München, ed., nsdoku.lexikon, published January 16, 2025. See https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/simplicissimus-zeitschrift-781 (accessed November 17, 2025); In 1954, Franziska Bilek held a solo exhibition at the Kunstverein München. See Kunstverein Munich, https://www.kunstverein-muenchen.de/de/programm/ausstellungen/rueckblick/1954/franziska-bilek (accessed November 17, 2025).
[32] Cf. GDK Research, www.gdk-research.de; Papenbrock / Saure 2000 (see note 11).
[33] Jooss / Brantl 2008 (see note 17), p. 560.
[34] Cf. Literature Portal Bavaria (Literaturportal Bayern), https://www.literaturportal-bayern.de/autorenlexikon?task=lpbauthor.default&pnd=118663178 (accessed November 27, 2025).
[35] The fact that GEDOK held a national conference and exhibition at the Kunstverein 1934 as well as 1954 suggests that researching the relationship between the instititutions, i.e. associations, could shed light on the ruptures and the continuities in the field of art after 1945. What was the relationship between the members of the two institutions? Who was a member of which institution in which period of time? What kind of personal and artistic overlaps could be traced?
[36] On the relationship between photography and community in the first half of the 20th century in Germany, see Linda Conze, Die Fotografie und das Fest. Zur medialen Herstellung von Gemeinschaft zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus, Goettingen 2025.
[37] A prime example of this is the exhibition Verändert die Welt! Poesie muss von allen gemacht werden (1970). In their contribution, students of the Academy of Fine Arts Munich examined the professional biographies of professors during the Nazi era and their (continued) employment after 1945. Whether and, if so, how the personnel continuities with the Nazi era at the Kunstverein were discussed at this time requires further archival research and conversations with contemporary witnesses.
[38] The booklet Schnee von gestern? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Gedenkstätten und Museen states: “That right-wing extremists consider remembrance politics a key battleground is not a new phenomenon. Since the 1950s, in particular public remembrance of National Socialism, alongside the memorial sites of the Nazi era, have repeatedly been under attack from the right. However, at least since the turn of the millennium, remembrance of NS crimes has become a given in German politics and public life. This is seen reflected in an institutionalized, professionalized, and state-funded landscape of memorial sites. In addition, numerous efforts have been made in recent years to come to terms with Germany's colonial past. [...] The fact that the critical engagement with National Socialist crimes is part of the Federal Republic's self-understanding is a major obstacle and nuisance for the extreme far-right and right-wing populist ambitions for national greatness. That is why one of the central concerns of the far-right milieu is to overturn this self-understanding.” [Translated from German original by author.] See Verein für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V. and Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR), eds., Nur Schnee von gestern? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Gedenkstätten und Museen, Berlin 2024, pp. 3–5; Cf. Mobile Counseling Against Right-Wing Extremism Berlin (Mobile Beratung Gegen Rechtsextremismus Berlin), https://www.mbr-berlin.de/publikationen/nur-schnee-von-gestern-zum-umgang-mit-dem-kulturkampf-von-rechts-in-gedenkstaetten-und-museen-2020/ (accessed December 10, 2025).